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Nürnberg
Mittwoch, 8. April 2009 10:50
Gewinner in der Finanzkrise

Gewinner in der Finanzkrise

Die auf Öko-Projekte spezialisierte UmweltBank profitiert derzeit kräftig von der Suche der Kunden nach sicheren und sinnvollen Geldanlagen.

Die Finanzkrise hat im Bankensektor auch Gewinner: Sogar Überstunden müssen die knapp 150 Mitarbeiter seit Jahresbeginn machen, um die vielen Anfragen und Aufträge zu bewältigen. «Wir sind einige der wenigen Banken, denen es gut geht und die zugelegt haben», freute sich Vorstandschef Horst Popp am Dienstag bei der Vorlage der aktuellen Zahlen in Nürnberg.

Im ersten Quartal 2009 wurden bereits 4000 neue Kunden gewonnen. «Wir wollen und werden weiter wachsen», unterstrich Popp, der die «grüne Bank» vor zwölf Jahren gegründet hatte. Durch die Finanzkrise sieht er sein Geschäftskonzept mehr als bestätigt: «Wir machen nur das, was wir verstehen, sonst lassen wir die Finger davon.»

Auch im vergangenen Jahr zahlte sich dieser Kurs aus: Das Anlagevolumen stieg um 13,5 Prozent auf 712,2 Millionen Euro, der Jahresüberschuss erhöhte sich leicht auf 6,6 Millionen Euro. Und: Die UmweltBank verzeichnete den stärksten Zuwachs an Neukunden seit der Gründung und hat nun mehr als 70 000 Kunden. Weniger gut lief es lediglich in der Vermögensberatung: «Bei Aktien und Fonds haben sich die Kunden deutlich zurückgehalten», sagte Popp.

Die Kreditzusagen dagegen stiegen um 20 Prozent erstmals knapp über die Marke von einer Milliarde Euro. Das bundesweit tätige Geldinstitut finanziert ausschließlich Umweltprojekte. Klar an der Spitze liegen Solaranlagen mit fast der Hälfte des Kreditvolumens. 29 Prozent fließen in ökologisches Bauen und Sanieren, der Rest in Anlagen für Wind- und Wasserkraft, Biomasse und Biogas. Viele Kreditnehmer sind zugleich Kleinaktionäre der Bank, die zu 85 Prozent im Streubesitz ist und in diesem Jahr eine unveränderte Dividende von 50 Cent je Aktie zahlt.

«Unser Kreditgeschäft ist erste Sahne», versicherte Popp. Es gebe nur wenige Ausfälle. Die Solarkredite finanzierten sich in der Regel über die an die Bank abgetretene Strom-Einspeisevergütung. «Außerdem achten wir sehr auf die Bonität der Kunden und schauen uns jeden einzelnen Kreditnehmer genau an», erklärte der Bankchef, der in seiner Branche das langfristige Denken vermisst: «Die Quartalszahlen stehen im Vordergrund.»

Die UmweltBank dagegen präsentiert, wie es ihrer Philosophie entspricht, nicht nur eine Gewinn- und Verlustrechnung, sondern regelmäßig auch eine CO2-Bilanz. 1,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid wurden demnach im vergangenen Jahr durch die bisher insgesamt 11 000 finanzierten Projekte eingespart. Um nicht zu schummeln, werden dabei die auf Geschäftsreisen, durch Strom und Heizung und sogar durch den Papierverbrauch verursachten Emissionen akribisch gegengerechnet.

Quelle: dpa

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© 02.09.2010 22:14:43 TVF Fernsehen in Franken Programm GmbH
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